Was der Tod der Königin uns zeigt - Trauer und Rituale
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Queen_Elizabeth_II_of_New_Zealand.jpg
Königin Elisabeth ist tot. Das weiß wahrscheinlich die ganze Welt. Und ein großer Teil davon trauert um sie. Auf die eine oder andere Weise.
Gleichzeitig zeigen die letzten Tage wie gewinnbringend und heilsam gelingende Trauerarbeit sein kann und welche entscheidende Rolle dabei Rituale spielen.
Viele dieser Rituale sind uns fremd, denn sie basieren auf den Traditionen des englischen Königshauses und wurden, ob der langen Regentschaft der Queen, in der Lebenszeit der meisten von uns, noch nicht bemüht.
Nach einem klaren Protokoll bereiste die Monarchin das Land von ihrem Sterbeort hin zum Ort ihrer Aufbahrung und anstehenden Bestattung.
Auf diesem Weg konnten unzählige Menschen / Trauernde den Sarg sehen und sich auf ihre ganz persönliche Art und Weise von Elisabeth II. verabschieden.
Auf diesem Weg konnten unzählige Menschen / Trauernde den Sarg sehen und sich auf ihre ganz persönliche Art und Weise von Elisabeth II. verabschieden.
Ein Blick auf den Sarg lässt verstehen und abschließen. Dieses Mensch ist wirklich tot.
Der Verlust wird dadurch nicht besser oder leichter, jedoch kann er so als Realität akzeptiert werden.
In London angekommen verschwindet die Königin nun nicht hinter dicken Mauern und wartet dort auf ihre Beerdigung. Ihr Sarg ist öffentlich zugänglich, für alle die Abschied nehmen wollen. Der Tod wird nicht verleugnet, sondern in die Mitte der Gesellschaft geholt.
Klare Struktur
Der Verlust wird dadurch nicht besser oder leichter, jedoch kann er so als Realität akzeptiert werden.
In London angekommen verschwindet die Königin nun nicht hinter dicken Mauern und wartet dort auf ihre Beerdigung. Ihr Sarg ist öffentlich zugänglich, für alle die Abschied nehmen wollen. Der Tod wird nicht verleugnet, sondern in die Mitte der Gesellschaft geholt.
Klare Struktur
Dabei ist klar, dass die Abschiednahme auf etwas hinauslaufen wird. Zehn Tage lang ist Zeit für Stille und das "Auf-Wiedersehen-Sagen", dann folgt die Beerdigung und die Rückkehr in den Alltag.
Diese Rituale sind gut und gesund. Sie helfen Trauer und alle damit einhergehenden Gefühle zu strukturieren und Hilflosigkeit zu vermeiden.
Abschiedszeremonien folgen einem Protokoll und damit einer festen Reihenfolge, so dass die Trauernden etwas haben an dem sie sich orientieren und festhalten können.
Was können wir davon lernen?
Wir bewegen uns zunehmend in Kontexten, in denen Traditionen und Rituale eine kleiner werdende Rolle spielen. Hinzu kommt, dass etwa 77% aller Menschen in Deutschland außerhalb des eigenen Zuhauses sterben.
Der Tod findet nicht mehr intra-familiär statt, sondern ist ausgelagert. Somit entsteht überhaupt erst die Frage, ob und wie man seinem verstorbenen Angehörigen noch einmal begegnen möchte. Das bietet Raum für Ängste Horrorszenarien im Kopf. Wir begegnen dem Tod nicht mehr und das lässt ihn größer werden. Eine kollektive Angst vor Abschiednahme könnte so entstehen.
Der Tod findet nicht mehr intra-familiär statt, sondern ist ausgelagert. Somit entsteht überhaupt erst die Frage, ob und wie man seinem verstorbenen Angehörigen noch einmal begegnen möchte. Das bietet Raum für Ängste Horrorszenarien im Kopf. Wir begegnen dem Tod nicht mehr und das lässt ihn größer werden. Eine kollektive Angst vor Abschiednahme könnte so entstehen.
Es ist heute nicht mehr üblich, dass Freunde, Bekannte und Nachbarn vorbeikommen und Abschied nehmen und dabei - ganz nebenbei - eine wichtige Stütze für die Angehörigen bieten.
England zeigt uns, wie wichtig und wirkmächtig stützende Rituale für eine gelingende Trauerarbeit sind. Wir lernen dort, dass Trauer ihren Platz braucht und dass das gut tut.
Wie sehen, dass auch wir uns wieder für Rituale und Zeremonien öffnen können und dass Trauer zum Leben gehört. Denn was gibt es, neben dem Geboren-werden, natürlicheres?
Wie sehen, dass auch wir uns wieder für Rituale und Zeremonien öffnen können und dass Trauer zum Leben gehört. Denn was gibt es, neben dem Geboren-werden, natürlicheres?
Zusätzlich sehen wir, wie wichtig es ist, dass Institutionen, die sich mit dem Thema auskennen, bei der Trauer und Abschiednahme begleiten und uns helfen sie zu strukturieren.
Eine Beerdigung ist mehr als ein religiöser Ritus. Sie ist die Begleitung der Trauernden.
Wenn wir mehr und mehr darauf verzichten, dann verzichten wir auf das, was wir gerade in England mit viel Wertschätzung beobachten und oftmals als gut bezeichnen.
Eine Beerdigung ist mehr als ein religiöser Ritus. Sie ist die Begleitung der Trauernden.
Wenn wir mehr und mehr darauf verzichten, dann verzichten wir auf das, was wir gerade in England mit viel Wertschätzung beobachten und oftmals als gut bezeichnen.
Am Ende ihres Lebens zeigt die Königin von England uns, dass es gut ist sich weiter zu entwickeln und wie entscheidend es ist manche wohltuenden alten Dinge, Rituale und Traditionen nicht nur um der Ablehnung Willen gering zu schätzen.



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