Sicherheit.

 Vor etwas weniger als einem Monat habe ich vor diesen mobilen Sperren an der Berliner Gedächniskirche gestanden und habe über den Unnütz einer solchen Maßnahme nachgedacht. Dabei kam ich darauf, dass sie nicht unnütz- sondern vielmehr eine wertvolle psychologische Stütze sei.

Aber Sicherheit... nein.

Wenn nicht hier, direkt vor dem Platz, an dem 2016 13 Menschen starben, dachte ich mir, dann halt irgendwo anders. Rundherum ist ja immer was los. Menschen kommen, gehen, laufen herum, shoppen. Es kann keine absolute Sicherheit geben.

Und nun ist es wieder passiert. In Sichtweite des Ortes von 2016 ist wieder ein Mensch gestorben. Mehrere wurden verletzt. Sehr viele sind Betroffene oder betroffen.

Als Gesellschaft werden wir solche Vorfälle oder Taten nie verhindern können.

Entscheidend ist aber, dass wir nach solchen Taten nicht aktionistisch werden, sondern die Menschen in den Vordergrund rücken, die betroffen sind. Dazu zählen die, die Verletzungen davon getragen haben und ihre Familien. Selbstverständlich und in erster Linie die Familie des getöteten Menschen.

Aber auch diejenigen, die nur Augenzeugen waren müssen betreut und ihre Reaktionen wertgeschätzt werden. Und das nicht nur im Zuge der ersten Empathiewelle, sondern auch mittel- und langfristig.

Wir gucken heute wieder nach Berlin, schütteln die Köpfe und es werden neue Sicherheitskonzepte folgen. Neue Sperren oder Gimmicks werden aufgestellt werden.

Das ist gut. Denn Sicherheit beginnt beim Sicherheitsgefühl. 

Dazu sollten wir aber vor allem auf die schauen, deren Leben sich heute - plötzlich, ungeplant und ungewollt - grundlegend geändert hat.

Das dauert länger und ist schwieriger, als haptische Maßnahmen durchzuführen. Aber es ist extrem wertvoll. Denn ein Mensch, der sich nach einem solchen Vorfall aufgehoben und aufgefangen fühlt, hat die Chance auf ein gesundes weiteres Leben.

Kommentare

Beliebte Posts