Papierflugzeug

 Heute morgen stromerte ich gedankenverloren durch die wirre Welt der sozialen Medien und blieb irgendwie bei diesem Posting hängen:

https://www.tiktok.com/@sarahconnor/video/7106744893833334022?lang=de-DE

Ich neige nicht dazu Sarah Connor zu hören, finde dass ihre Texte zwar pathetisch kleben, aber oftmals in der Lage sind einen Nerv treffen zu können.

Also hingehört.

In dem Video richtet sie sich an eine Mutter im Publikum, von deren Schicksal sie über Instagram erfahren hat, und die ihr Kind bei einem Unfall im Schwimmbad verlor.

Anschließend singt sie ein Lied in dem es exakt um diese Situation geht, um den Tod eines Kindes.

Du warst doch eben noch bei mir
Du standst doch eben noch bei mir

Schluck.

Ich bin Papa. Und zum mitgelieferten Repertoire eines jeden Elternteils gehört, dass es sich ab der Geburt des eigenen Kindes nichts grausameres mehr vorstellen kann als den Verlust des eigenen Kindes.
Das geht nicht. Punkt.

In meinem beruflichen Kontext treffe ich immer wieder auf Menschen denen genau das passiert ist. Dann stelle ich fest: es geht. Es ist grausam, aber es geht. 

Ich finde es gut, dass es KünstlerInnen gibt die Themen ein Gesicht geben vor denen die meisten Menschen die Augen verschließen. Ich mag es, dass Menschen ihre Popularität nutzen und sich durch ihre Kunst um betroffene Menschen kümmern.
Denn was in dem Video passiert ist Kümmern. Der Tod bekommt einen Raum und findet seinen Platz, das unaussprechliche wird ausgesprochen. Das ist manchmal schon sehr viel Hilfe.

Mich hat diese Video heute dankbar gemacht. Dankbar für alles was ich habe. Ich habe heute Nachmittag fünf Kinder an einem Regennachmittag im Haus. Es ist gut dass es so ist. Es ist toll dass es diese Kinder gibt. Ich bin mir der Fragilität des Lebens bewusst.

Danke Sarah Connor. Hätte ich auch nicht gedacht, dass ich das mal schreiben würde.

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