Düdüdüdüdü
02.07 Uhr. Düdüdüdüdü Düdüdüdüdü Düdüdüdüdü.
Ich schrecke hoch.
Das Düdüdüdüdü ist erwartet. Ich habe Dienst in der Notfallseelsorge/Psycho-sozialen Notfallversorgung und kann jederzeit durch die Leitstelle unseres Landkreises alarmiert werden.
Ich gucke auf den Melder. Nichts.
Ich schaue auf mein Diensthandy, das neben dem Melder auf dem Nachttisch liegt. Nichts.
Träume ich und das passiert gerade gar nicht?
Was ist los?
Meldet sich ein Feuermelder im Haus? Ein CO-Warner?
Viele Fragezeichen.
Nö. Eigentlich nur drei ???.
Mir fällt ein, dass meine Kinder gestern Abend stolz ihre neuen "Die drei ???"-Uhren auf das Bücherregal neben meines Bett gelegt haben. Die Uhren hatten sie sich am Tag zuvor, zu 100% aus Eigenkapital finanziert, in einem Spielzeugladen erstanden.
Ich drücke wild auf den Uhren rum. Stille. Zur Sicherheit bringe ich sie auch noch in einen möglichst weit entfernten Nebenraum.
BumBumBumBumBum. Ich höre mein Herz schlagen, als ich wieder im Bett liege.
Ich schmunzle und freue mich, mitten in der Nacht. Irgendwie herrlich.
Ärgere ich mich? Nein. Eher überwiegt die Freude wieder in Bett zu dürfen. Bei einem echten Alarm wäre das anders gewesen.
Werde ich meinen Kindern morgen früh eine Standpauke halten? Über Verantwortung, Störungen und Papas wichtigen Schönheitsschlaf? Nein. Denn das nächtliche Düdüdüdüdü hat mich daran erinnert, dass ich als Papa den tollsten Job der Welt habe. Kindheitsbegleiter.



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