Der Sinn des Lebens


 "... und dann stelle ich mir schon manchmal die Frage ob das alles Sinn macht, ob ich nicht was anderes machen sollte." Er läuft neben mir und stellt sich diese Frage.

Sinn. Die Sinnfrage. Der Sinn des Lebens.

Wahrscheinlich gibt es nur sehr wenige Fragen, die so schwer zu beantworten sind wie diese. Religionen gründen sich auf ihr. Beantworten kann man sie nur für sich. Nie für andere.

Und trotzdem wird uns ein Teil der Antwort mitgegeben. Anerzogen. Aufgedrängt.

Die Frage "Ist mein Leben sinnvoll?" muss stets mit "ja" beantwortet werden. Sonst ist es aus. Die Apokalypse droht, zumindest die persönliche. Und wahrscheinlich tut sich gleich der Boden auf und verschluckt mich. Ein Leben ohne Sinn ist doch sinnlos.

Blödsinn.

Denn manchmal ist es sinnvoll die Frage "Ist mein Leben sinnvoll?" mit "nein" zu beantworten. Oder mit "Nein, nicht vollständig."

Und zwar immer dann, wenn ich genau das fühle. Es ist nicht sinnvoll Sinn dort zu interpretieren wo er nicht ist. Es ist sinnvoll ehrlich zu sein, zu sich selbst. Sinn entsteht nicht durch Sinnsuche, er entsteht durch Kohärenz.

Phasen von Veränderungen sind durch ein stetes Gefühl der Sinnlosigkeit geprägt. 

"Sinn" stammt ab vom Wort "Sent". Und das bedeutet "reisen, gehen, trachten" oder "streben".

Sinn darf also ein Prozess sein. Sinn ist nicht. Sinn will erfahren werden.

Das Leben darf auch mal sinnlos sein. Denn dann weiß ich, dass es weiter geht und ich auf dem Weg dorthin bin wo sich aktueller Sinn findet. 

Dazu muss ich nichts machen. Nur meinen Sinnen folgen.

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